Die Diagnose „Diabetes Typ I – ihr Kind ist zuckerkrank“ ist für betroffene Familien ein schwerer Schicksalsschlag, denn Diabetes Typ I ist nicht heilbar.

Die Elterninitiative diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V. setzt sich dafür ein Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Diabetes im Alltag zu erleichtern. Der Austausch der Kinder untereinander stärkt nach unseren Beobachtungen das notwendige Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen im täglichen Umgang mit ihrem Diabetes.

Aber auch der Erfahrungsaustausch der betroffenen Eltern bei gemeinsamen Aktivitäten hilft Ängste im täglichen Umgang mit dem Diabetes abzubauen. „Learning by doing“ und „ich bin mit meinem Diabetes nicht allein“ sind für alle Mitglieder wichtige Erfahrungen bei Veranstaltungen, Familienfesten und Ausflügen mit der Elterninitiative.

Weiterhin organisiert unsere Elterninitiative spezielle für den Typ I ausgerichtete Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit diabetologischen Fachkräften. Als besonderer Höhepunkt unserer Vereinsarbeit gelten die einwöchigen Familienschulungen.

 

Die Elterninitiative möchte Kinder und Jugendliche bestärken, besonders auf ihre Gesundheit zu achten. Dabei stehen Themen wie Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Suchtmittelvermeidung immer wieder im Fokus.

Gesunde Ernährung - Unsere an Diabetes Typ 1 erkrankten Kinder und Jugenlichen sollten mehr noch als andere Kinder ihres Alters auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Eine gesunde Ernährung ist ein Parameter für eine gute Blutzuckereinstellung. Mit Broteinheiten schätzen, Informationen zum glykämischen Index, den Einfluss von Fetten auf den Blutzuckerspiegel (Pommes, Bratwurst, Pizza...) versuchen wir unsere Kinder auf den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit aufmerksam zu machen.

Bewegung - Das Thema Diabetes und Sport wird immer wieder thematisiert, da Sport den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Blutzuckerwahrnehmungsübungen, während eines gemeinsamen Fussballspieles, Schwimmen oder anderen Aktivitäten, werden immer wieder angeboten.

Suchtmittelvermeidung - Rauchen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch ist mit Gefahren für Kinder und Jugendliche verbunden. Für Kinder und Jugendliche mit Diabetes bedeuten Suchtmittel ein besonderes Risiko, da diese Einfluss auf die Stoffwechseleinstellung haben können. Der in unserer Schulungswoche 2012 mit unseren Jugendlichen begonnene Workshop mit Herrn Arnold von der Sucht- und Jugendberatung Ingelheim wurde März 2013 mit den Eltern fortgesetzt.

 

Intensivschulungen

Kinder mit der Autoimmunerkrankung Diabetes Typ I sind im Alltag auf die Hilfe Ihrer Eltern angewiesen – immer wieder muss der Blutzucker kontrolliert und Insulin verabreicht werden, aber auch psychische Probleme wie z.B. „Ich möchte nicht mehr spritzen/gespritzt werden“ müssen gelöst werden.

Die Elterninitiative hat in 2011 bis 2014 ganztägige Intensivschulungen in Zusammenarbeit mit Frau Dr. van Haag, Diabetologin durchgeführt. Es wurde eine Mütter- und eine Väter-Intensivschulung, sowie eine Basisschulung für jedermann angeboten. Frau Dr. van Haag informierte über Therapieformen, Motivationshilfen bei der Durchführung der Therapie und möglichen Spätfolgen. Anschließend gab es die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

 

Krankenhausprojekt

Im Jahr 2003 haben wir zusammen mit der Kinderklinik des Lukaskrankenhaus Neuss und der Kinderklinik St. Nikolaus in Viersen das Projekt: „Der etwas andere Start in eine Diabetikerkarriere“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projektes werden neu erkrankte Kinder und deren Eltern auf Wunsch schon bei der Erstmanifestation von erfahrenen Eltern aus der Elterninitiative im Krankenhaus besucht. Unser Ziel bei den Besuchen ist es, durch unsere eigenen Erfahrungen die ersten Ängste im Hinblick auf den Alltag mit dem Diabetes etwas abzufangen.

Für dieses Projekt wurde uns der 1. Gesundheitspreis 2003 der AOK Rheinland zugesprochen. Viele betroffene Familien finden so bis heute den Weg zu unserer Elterninitiative.

 

Projekt Stressbewältigung und -prävention

Im Mai 2015 wurde die Elterninitiative diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V. mit dem Projekt Stressbewältigung und -prävention von der AOK Rheinland/Hamburg mit dem 3. Platz beim "Starke Kids Netzwerk Förderpreis" ausgezeichnet.

Den Einstieg in das Projekt haben wir in 2013 mit den Müttern durchgeführt, da gerade sie im Alltag mit den Kindern den Stress nehmen sollen. Unsere Müttertreffen in 2013 waren daher mit Schulungen verknüpft: "Yoga und Entspannung" mit Frau Hermann-Gorzolka, Schule für Yoga und Bewußtsein und "Neue Impulse und Ressourcen finden" mit Herrn Jung und Frau Schumacher St. Alexius / St. Josef Krankenhaus Neuss.

Das Projekt wurde in 2014 während unserer im Oktober stattgefundenen Schulungswoche für unsere Kinder und Jugendlichen fortgesetzt. Dabei wurden die Kinder in 3 Gruppen aufgeteilt: Kinder 6-8 Jahre (Gruppe A), Kinder 9-13 Jahre (Gruppe B) und Jugendliche von 14-18 Jahren (Gruppe C). Geschwisterkinder und auch die Eltern wurden abgesehen von diesen Gruppen zusätzlich extra geschult. Der Schwerpunkt von Gruppe A lag bei Frustbewältigung und Konfliktlösungsstrategien bei Hänseleien / Mobbing anderer. Gruppe B hat sich intensiv mit den Themen Pubertät und Motivation (Kompetenzen stärken) beschäftigt. Gruppe C, unsere Jugendlichen und die Eltern, haben in 5 Schulungseinheiten ein Achtsamkeitstraining durchgeführt. Die Geschwisterkinder erhielten eine gesonderte Schulung zum Thema "positive Aufmerksamkeit". Für unser Projekt konnten wir Herrn Christopher Rieder und Frau Alina Paschmanns, Master of Science der klinischen Psychologie gewinnen. Beide sind zertifizierte Achtsamkeitstrainer. Alina Paschmanns sagt, "Das Achtsamkeitstraining eignet sich, um besser mit Stress umzugehen, Grenzen zu setzen, und somit präventiv zu wirken. Stress vermeiden bzw. damit gut umgehen zu können, ist gerade für Diabetiker sehr wichtig, um hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden. Achtsamkeit kann auch als Blutzuckerwahrnehmungstraining dienen".